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Thema: Mit der Abwrackprämie in die Pleite

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Beitrag #0 von LordofShares am 06.05.2009 14:16   ( 3.686 Beiträge | Status: ok )
Mit der Abwrackprämie in die Pleite

In der gestrigen Plusminus-Sendung kamen gleich zwei sehr gute Beiträge. Im ersten gings um die fatalen Folgen der Abwrackprämie:

Abwrackprämie - Treibt der Staat seine Bürger in die Schuldenfalle?

Sendeanstalt und Sendedatum: BR, Dienstag, 5. Mai 2009 im Ersten

Neuwagen statt Gebrauchtfahrzeug?

Weit über 1 Million Bundesbürger haben bisher die Abwrackprämie beantragt. Darunter sind auch einige, die normalerweise nie einen Neuwagen gekauft hätten. Doch die Prämie von 2.500 Euro wollen sie sich nicht entgehen lassen. Problematisch wird es allerdings, wenn sich diese Neuwagenkäufer finanziell übernehmen und sich das Auto eigentlich gar nicht leisten könnten. Schuldnerberater in ganz Deutschland warnen bereits vor einer rapiden Zunahme der Privatinsolvenzen - der Abwrackprämie sei Dank!

Seit einigen Wochen erst hat Ludwig Oswald seinen neuen Golf. Doch so richtig freuen kann er sich über das nagelneue Auto nicht. Denn eigentlich wollte er sich nur einen günstigen Gebrauchten zulegen. Statt ein paar Tausend hat er jetzt 18.000 Euro ausgegeben - eigentlich viel mehr als sein Budget zulässt. Dass er sich für einen Neuwagen entschieden hat, hat vor allem einen Grund: "Die Abwrackprämie war sicher ausschlaggebend, dass man sich ein bisschen arrangiert hat, etwas mehr Geld auszugeben, weil man ja sagt, vom Staat bekomme ich doch 2.500 Euro wieder rein. Wenn ich mehr überlegt hätte und mehr verglichen hätte, hätte es sein können, dass ich mich für etwas Günstigeres entschieden hätte, was meinen Finanzen mehr entsprochen hätte."
Damit steht Ludwig Oswald nicht allein da. Der Verlockung, vom Staat 2.500 Euro geschenkt zu bekommen, können viele einfach nicht widerstehen - sie kaufen Autos, die sie sich eigentlich gar nicht leisten können.

Abwracken ohne Nachdenken?

Besonders abstrus: Einige Autobesitzer verzichten sogar auf Geld. Denn bei den Autoverwertern kommt es immer öfter vor, dass Autos zum Abwracken gebracht werden, die eigentlich mehr wert wären als die vom Staat gezahlten 2.500 Euro. Michael Gellner von der Münchener Autoverwertung Schindelar kann es selbst nicht fassen, was er fast schon täglich erlebt: "Es gibt mehr als genug Fälle, wo wir sagen, wir würden das Fahrzeug gerne kaufen, wir bieten mehr als 2.500 Euro, meinetwegen 3.000 Euro für dieses Fahrzeug. Und die Leute sind trotzdem nicht bereit, dieses Fahrzeug zu verkaufen. Sondern sie sagen: Der Staat schenkt mir was, dann mache ich das auch!"

Schalten also viele Autobesitzer regelrecht ihren Verstand ab, wenn es um die Abwrackprämie geht? Anscheinend, wie Forscher von der Universität Bonn herausgefunden haben. Denn die Abwrackprämie wirkt ähnlich wie Rabattaktionen und Schnäppchenangebote. Sie aktiviert im Gehirn das sogenannte Belohnungssystem, das dem Menschen quasi eine rosarote Brille aufsetzt. Ähnliche Reaktionen wie auch bei Sonderangeboten und Schlussverkäufen. Dazu kommt noch der Zeitdruck. Schließlich ist die Abwrackprämie in Umfang und Dauer begrenzt. So haben viele Bürger Angst, nicht mehr zum Zuge zu kommen, wie Prof. Dr. Christian E. Elger von der Universität Bonn erklärt: "Diese Verlustängste laufen in Strukturen des Gehirns ab, wo auch Schmerz verarbeitet wird. Das ist also ein sehr unangenehmes Gefühl, dieses nicht zu kriegen. Dies Ganze schafft einen Motivationskomplex, der nahezu unschlagbar ist. Vor allem, wenn er noch von einer staatlichen Institution sanktioniert wird, propagiert wird, sodass jeder denkt, das muss gut sein."

Mit der Prämie in die Pleite?

Viele Autokäufer können sich einen Neuwagen trotz der Abwrackprämie allerdings gar nicht leisten. Kein Wunder: Immerhin werden mit der Prämie nur Besitzer von relativ alten Autos angesprochen. Und diese Personengruppe verfügt nur selten über ausreichende finanzielle Mittel für einen Neuwagen. Das zeigt sich auch darin, dass oft die Abwrackprämie als Anzahlung bei der Autofinanzierung hergenommen wird. Und bis die kommt, strecken viele Händler sogar das Geld vor. Die Folge: Auch einige Autohäuser sind schon in finanziellen Schwierigkeiten. Doch selbst wenn der Käufer den Wagen gerade noch so finanzieren kann - die oft viel höheren Nebenkosten können das Budget schnell überfordern. Und das ist das Problem, wie man bei den Verbraucherzentralen weiß. Denn gerade die zusätzlichen Belastungen werden meist gar nicht so richtig mit eingerechnet: "Der Staat hat zum Neuwagenkauf verführt", so Leif Rättig von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, "dabei besteht die Gefahr, dass viele Kosten außer Acht gelassen werden, die ein Neufahrzeug mit sich bringt. Dazu gehören zum Beispiel erhöhte Versicherungsgebühren, in der Regel ist eine Vollkaskoversicherung erforderlich für ein neues Fahrzeug. Das sind viele Kosten, die Verbraucher so gar nicht kennen, wenn sie ein altes Fahrzeug fahren."

Mehr Privatinsolvenzen?

Kein Wunder, dass die Schuldnerberatungen in ganz Deutschland bereits jetzt mit einem gewaltigen Anstieg an Privatinsolvenzen rechnen. Tausende von Familien, so die Befürchtung hier, werden durch die Abwrackprämie regelrecht in die Überschuldung getrieben. Klaus Hofmeister von der Schuldner- und Insolvenzberatung beim Sozialreferat der Landeshauptstadt München erklärt, wieso viele sich überschulden werden: "Der Großteil eines KFZ wird für diese Haushalte über einen Kredit zu finanzieren sein. Und die Folgelasten von einigen 100 Euro pro Monat, die müssen erst kalkuliert und getragen werden. Und viele werden sich hier hinter diesem Lockangebot keiner klaren Kalkulation unterziehen, sondern dann erst einmal zugreifen. Und später kommt dann das böse Erwachen."

Zumal es dann kaum eine Möglichkeit mehr gibt aus der Schuldenfalle rauszukommen. Denn ein Rücktrittsrecht hat der Kunde bei einer Finanzierung im Autohaus nur innerhalb der ersten 14 Tage. Danach hat man schlechte Karten. Wer erst nach einigen Wochen merkt, dass er sich mit dem Neuwagenkauf übernommen hat, kommt aus Kauf- und Finanzierungsvertrag nur raus, wenn die Vertragspartner Kulanz zeigen - doch das ist eher unwahrscheinlich. Die Abwrackprämie also als Schuldenfalle! Unter staatlichem Gütesiegel werden viele, gerade finanziell schwächere Bürger in den Ruin getrieben und mit psychologisch fragwürdigen Methoden zum Neuwagenkauf verführt. Normalerweise müsste der Staat vor solchen gefährlichen Geschäften warnen. Doch dieses Mal hat er sie sogar selber eingefädelt.

Bericht: Martina Schuster/ Johannes Thürmer

Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 05.05.2009. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

Quelle: Plusminus

Der rot markierte Teil sollte Börsianern eigentlich bekannt vorkommen, denn mit genau denselben psychologischen Tricks arbeiten auch Bauernfänger beim Vertrieb von wertlosem Aktienschrott...


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